Verlag Philipp von Zabern


Ein Porträt macht Weltgeschichte

Der 'Brutus' vom Kapitol

Tuts Vorkammer
Bronzebüste des sogenannten Brutus, Rom, Konservatorenpalast (© bpk, Foto: Félicien Faillet).

Zu den berühmtesten und qualitätvollsten antiken Bronzen in den Kapitolinischen Museen in Rom gehört die Büste des "Brutus". Dieses in jedem Buch zur römischen Geschichte abgedruckte Kunstwerk zeigt die Berliner Antikensammlung bis zum 2. Mai 2010 im Rahmen einer kleinen Sonderausstellung.

Auf Initiative der Italienischen Botschaft erhält die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlineine der berühmtesten und qualitätvollsten antiken Bronzen aus Rom als Leihgabe: die Büste des sog. Brutus – ein Highlight der Kapitolinischen Museen und seit der Renaissance eines der Wahrzeichen der ewigen Stadt. Dieses in jedem Buch zur römischen Geschichte abgebildete Kunstwerk zeigt das strenge Bildnis eines bärtigen Mannes in reifem Alter und galt bereits im 16. Jh. als Porträt des Lucius Iunius Brutus, des sagenhaften ersten römischen Konsuls. Ihm wird in der römischen Geschichtsschreibung die Vertreibung der etruskischen Könige und die Einführung der Republik im späten 6. Jh. v. Chr. zugeschrieben.
Auf diesen legendären Vorfahren bezog sich Jahrhunderte später der Caesarmörder Marcus Iunius Brutus, als er das (Phantasie-)Bildnis des älteren Brutus auf seine Münzen prägen ließ. Heute gilt der "Brutus" als Bildnis eines unbekannten Römers der Republik.

Die Ausstellung beleuchtet verschiedene Aspekte des "Brutus"-Bildnisses:
In der Gegenüberstellung mit weiteren römischen Köpfen, darunter dem berühmten Berliner „Grünen Caesar“, wird das römische Verständnis von Porträt angesprochen.

Ein Schwerpunkt der Präsentation liegt auf der nachantiken Geschichte dieser berühmten Bronze seit der Renaissance: Es ist  ein besonderer Glücksfall, daß das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin die früheste Zeichnung der Brutus-Büste in einem zwischen 1532 und 1536 angelegten Skizzenbuch des holländischen Malers Maarten van Heemskerck besitzt. So können im Alten Museum erstmals beide Werke nebeneinander gezeigt werden.

Anhand der Münzen des Caesarmörders Brutus – Leihgaben aus dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin – und von Beispielen der numismatischen Literatur des 16. Jahrhunderts wird der Frage nachgegangen, wie es zu der traditionellen Benennung kam.
Schließlich wird die besonders spannende Rolle der "Brutusbüste" in der Französischen Revolution thematisiert: Als Bildnis eines unerschütterlichen Republikaners diente sie der propagandistischen Rechtfertigung für die Hinrichtung König Ludwigs XVI. sowie für die zunehmende Radikalisierung der Revolution.

-  Dr. Agnes Schwarzmaier, SMB -
 
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